Zum Inhalt springen
Michael Seel
Zurück

Agentic Software Engineering Night #2 in Köln: Da entsteht gerade etwas

Abstraktes Titelbild zu Agentic Software Engineering Night #2 in Köln: Da entsteht gerade etwas

Agentic Software Engineering Night #2 in Köln: Da entsteht gerade etwas

Heute Abend war bei uns im Kölner INNOQ-Büro die zweite Agentic Software Engineering Night. Ich habe den Abend spontan moderiert, und was mir jetzt ein paar Stunden später vor allem hängen bleibt, ist nicht nur der Inhalt der beiden Vorträge. Es ist das Interesse im Raum.

Das Thema zieht gerade offensichtlich Leute an, die nicht bloß ein bisschen KI-Neugier mitbringen. Da saßen Menschen, die sehr konkret wissen wollen, wie man mit Agenten arbeitet, ohne sich dabei Sicherheitsprobleme, Kontext-Chaos oder halbgare Prozesse einzukaufen. Genau das hat dem Abend gutgetan. Es war keine Hype-Veranstaltung. Eher ein Arbeitsgespräch in größerer Runde.

Joy Heron hat gezeigt, warum Sandboxing für Coding Agents keine Nebensache ist. Das war angenehm bodenständig. Keine große Tool-Show, sondern die einfache Frage: Wie lässt man solche Systeme an echten Projekten arbeiten, ohne ihnen gleich den Generalschlüssel in die Hand zu drücken? Torben Keller hat danach auf Kontext-Engineering geschaut. Auch da ging es nicht um Magie, sondern um Struktur. Wer steuert den Kontext, wie explizit ist er, und an welchen Stellen kippt das Ganze von hilfreich in chaotisch?

Genau diese Mischung fand ich stark. Zwei Themen, die sehr praktisch sind und trotzdem direkt an die größeren Fragen rühren, die gerade viele Teams beschäftigen. Wie viel Verantwortung kann man an Agenten abgeben? Welche Leitplanken braucht es? Und wie baut man Setups, die im Alltag funktionieren und nicht nur in der Demo?

Fast noch besser als die Vorträge waren für mich die Gespräche danach. Da merkte man, dass in Köln langsam etwas zusammenkommt. Keine fertige Szene mit Etikett und Selbstbeschreibung, dafür war das alles viel zu ehrlich. Aber eben doch eine Gruppe von Leuten, die ernsthaft Lust hat, sich mit KI gestützter Entwicklung auseinanderzusetzen.

Ich finde das ziemlich ermutigend. Wenn das so weitergeht, dann wird aus diesen Abenden mehr als nur ein Meetup-Kalendereintrag. Dann entsteht hier vielleicht wirklich eine kleine ASE-Szene. Mal schaun was noch so kommt!



Vorheriger Artikel
Lokale LLMs im Praxistest: Was Open-Weight-Modelle heute wirklich leisten
Nächster Artikel
Der Flaschenhals bin ich